Happenbach Geschichte 5

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Geschichte und Geschichten


Die Ratsprotokolle des Gesamtgemeinderats Abstatt
in der Weimarer Republik


(Titelblatt oder Innenseite der Ratsprotokolle
abbilden und Unterschriftenblock s. S. 160)

Abstatt, Happenbach - 2 Teilgemeinden = 1 Gesamtgemeinde
Die Gemeinden Abstatt und Happenbach bildeten bis 1934 gemäß eines Ortsstatuts eine zusammengesetzte Gemeinde, d. h. die beiden Orte hatten zwar einen gemeinsamen Schultheißen, jedoch eine getrennte Rechnungslegung und selbständige politische Gremien.
Im § 1 dieser Satzung (Fassung v. 1. April 1895 - 31. März 1905) war folgendes festgelegt:
Die zusammengesetzte Gemeinde Abstatt ist gebildet aus dem Pfarrdorf Abstatt und dem Weiler Happenbach, welche beide als Teilgemeinden mit juristischer Persönlichkeit ausgestattet und mit eigener Markung versehen sind.
Im § 2 wurde die gemeinsame Verwaltung bestimmt:
Die Verwaltung des Gesamtgemeindebezirks steht den gesetzlichen Organen der Gesamtgemeinde zu. An der Wahl der Gesamtgemeindekollegien, sowie des Schultheißen nehmen die stimmberechtigten Einwohner beider Teilgemeinden teil.
Die Normalzahl der Gesamtgemeindekollegien beträgt einschließlich des Vorstands (Schultheißen) je 9 Mitglieder. Ihren Wohnsitz müssen haben:
a) vom Gesamtgemeinderat ausschließlich des Vorsitzenden
6 Mitglieder in Abstatt und 2 Mitglieder in Happenbach
b) vom Gesamtbürgerausschuß
7 Mitglieder in Abstatt und 2 Mitglieder in Happenbach.
Der Wirkungskreis der Organe der Gesamtgemeinde erstreckte sich auf alle Angelegenheiten, welche den Gesamtgemeindeverbund berühren sowie auf alle gerichtlichen und polizeilichen Angelegenheiten.
Jede Teilgemeinde verwaltet ihr Vermögen selbst; sie bezieht abgesondert ihr Einkünfte und bestreitet abgesondert ihre Ausgaben......
Auch hat jede Teilgemeinde zur Hut des Eigentums und der Personen eigene obrigkeitliche Diener, als Polizeidiener, Feldschützen und Nachtwächter zu bestellen und aus der Teilgemeindekasse zu bezahlen.
Aus diesen Gründen waren für die örtlichen Belange auch entsprechende Gremien erforderlich.
Die Verwaltung der Teilgemeinde Abstatt geschah unter dem Vorsitz des Schultheißen und 6 Teilgemeinderatsmitgliedern (Teilgemeinderat mit 7 Personen) und unter der gesetzlichen Mitwirkung von 7 Teilbürgerausschußmitgliedern aus Abstatt.
Die Verwaltung der Teilgemeinde Happenbach geschah unter dem Vorsitz eines von den wahlberechtigten Einwohnern zu wählenden und vom Oberamt zu bestätigenden und zu verpflichtenden Anwalts und durch einen Teilgemeinderat. Derselbe besteht aus dem Anwalt, dem Ortsrechner, den beiden Mitgliedern des Gesamtgemeinderats und einem weiteren gewählten Mitglied (Teilgemeinderat = 5 Personen). Diesem Teilgemeinderat wurde ebenfalls ein Teilbürgerausschuß gegenübergestellt, der sich aus den beiden Mitgliedern des Gesamtbürgerausschusses und 3 weiteren Mitgliedern zusammengesetzt (Teilbürgerausschuß Happenbach = 5 Personen).
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Regelung, daß der Schultheiß der Gesamtgemeinde als Ortsvorsteher nicht Mitglied des Teilgemeinderats Happenbach war, auf Ersuchen des Teilgemeinderats und unangemeldet den Verhandlungen anwohnen konnte.

Wie bereits ausgeführt tagte der Gesamtgemeinderat und der Gesamtbürgerausschuß nur bei Angelegenheiten, die für bei Ortsteile von Bedeutung waren,. Es kam häufig aber auch vor, daß die Gremien gemeinsam, also der Gesamtgemeinderat u. Gesamtbürgerausschuß mit einem oder wie oben auf der Unterschriftenliste ersichtlich mit allen Teilgemeinderäten und Teilbürgerausschüssen zusammen trat.
Der bereits in der Weimarer Zeit vollends abgeschaffte Bürgerausschuß war in der Gemeindeordnung Württemberg von 1837 als notwendig angesehen, weil die Bürgerschaft keinen unmittelbaren Anteil an der öffentlichen Verwaltung hat. Der Bürgerausschuß war deshalb die Vertretung der Bürger gegenüber der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat. Der Bürgerausschuß hatte einen Obmann, der befugt war zu jeder Zeit den Bürgerausschuß zusammenzurufen. Bei Beschlüssen des Gemeinderats hatte der Bürgerausschuß ein Widerspruchsrecht. In solchen Fällen durfte der Beschluß nicht umgesetzt werden und bei Nichteinigung mußte das Oberamt verfügend einschreiten. Diese Bürgerausschußmitglieder wurden im Volksmund auch „Hinterbänkler“ genannt, das sie nicht direkt am Ratstisch, sondern gewöhnlich auf einer Bank im Sitzungssaal saßen.
Bei zusammengesetzten Gemeinden war es erforderlich, daß in dem Teilort ohne Schultheißenamt stellvertretend ein Anwalt gewählt wurde. Dieser Anwalt hatte im wesentlichen die Aufgabe für die öffentlichen Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Aber auch in Steuer- und Vermögensangelegenheiten galt er als Stellvertreter des Schultheißen im Teilort. Demzufolge hatte er auch Sitz und Stimme im Gesamtgemeinderat.
Das vorgestellte Ortsstatut galt unabhängig von Abänderungen bezüglich der Anzahl der Mitglieder bis zum Dritten Reich und wurde in steter Regelmäßigkeit von den Gremien einstimmig als bewährt und damit erhaltenswert bestätigt.

In den Ratsprotokollen des Gesamtgemeinderats der Weimarer Zeit spiegeln sich die Schwierigkeiten der Notzeit nur in Bruchteilen wieder, da das Protokoll sich (leider) nur auf wesentliche amtliche Dinge beschränkte und trotzdem werden durch die Zeilen Probleme deutlich, die in dieser Form den heutigen Ratsgremien fremd sind. Überraschend ist die Häufigkeit der Sitzungen, wenn man bedenkt, daß das Gremium weitestgehend aus Bauern, Weingärtnern und vereinzelt auch aus Gastwirten bestand. Unabhängig davon gibt es bezüglich des Teilgemeinderats Abstatt weitere Protokolle, die jedoch keine zusätzlichen wesentlichen Erkenntnisse erbringen. Die Protokolle des Teilgemeinderats Happenbach sind nicht mehr auffindbar und vermutlich in den Wirren der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft abhanden gekommen.

Die Auswirkungen des I. Weltkrieges sind in der Anwesenheitsliste in den ersten Protokollen des Gesamtgemeinderats noch spürbar. Nach der Waffenstillstandsunterzeichnung im Walde von Compiégne am 8./11. November 1918 fand am
13. Nov. 1918 eine Gesamtgemeinderatssitzung statt. Von den 9 Ratsmitgliedern (Schultheiß
Johannes Knecht, 6 aus Abstatt und 2 aus Happenbach) waren zwar 8
Mitglieder anwesend. Jedoch fehlten von den 9 Gesamtbürgerausschuß-
mitgliedern 6, weil sie wie im Protokoll vermerkt „sämtlich ausmarschiert“
waren.
Durch Minist. Verf. Vom 5. Oktober 1918 (R.bl. S. 249) wurde bestimmt, daß in denjenigen Gemeinden, in welchen die Vornahme der im Dezember 1918 fälligen Bürgerausschußwahl in Folge der durch den Krieg geschaffenen Verhältnissen nicht tunlich erscheint, die Wahl durch Beschluß der Gemeindekollegien bis auf weiteres verschoben werden kann.
Hierüber wird heute beraten und beschlossen:
Die heuer fällige Bürgerausschußwahl nicht vorzunehmen sondern bis auf weiteres zu verschieben.


20. Dez. 1918
Bedingt durch die unruhigen Zeiten gab es auch in der Gemeindeverwaltung erhebliche Rückstände wie folgender Verhandlungsgegenstand zeigt:

Der Ortsvorsteher teilt mit, daß er in Folge der durch den Krieg jeweils angefallenen Geschäfte mancherlei Art, mit seinen übrigen Geschäften wie Ergänzung der Hauptbücher, Rechnungsabschlüsse usw. sehr in Rückstand geraten sei und bittet daher zur Beseitigung dieser Rückstände um Übernahme der Kosten für eine weiter anzustellende Hilfskraft auf die Gemeinde.
Nachdem der Ortsvorsteher abgetreten war wird vom Gesamtgemeinderat mit Zustimmung des Bürgerausschusses beschlossen:
Dem Ortsvorsteher für eine weiter anzustellende Hilfskraft vom Tag der Anstellung an - 20. Januar 1919 - bis auf weiteres also in stets widerruflicher Weise, jährlich -: 1800 M oder monatlich -: 150 M, neben den bisherigen Gehilfebeitrag von jährlich 500 M zu bewilligen.

27. Januar 1919
Eine wichtige Angelegenheit waren die Verhandlungen um die Vergabe der Gemeindejagdpacht, die grundsätzlich beide Markungen betraf, mit Ausnahme des Hofguts Vohenlohe. Weil es um Einnahmen ging mußte anschließend auch die Aufteilung dieser Gemeindeerträge unter den Ortsteilen Abstatt und Happenbach verhandelt und beschlossen werden, denn wie bereits erwähnt hatten die Teilgemeinden jeweils eigene Rechnungslegungen.

Der Gemeindejagdpacht geht mit dem 31. März 1919 zu Ende und es hat der Pächter
Julius Michelfelder, Landwirt in Wüstenhausen darum nachgesucht, es möchte der Jagdpacht ohne öffentlichen Aufstreich mit ihm verlängert werden. Bisheriges jährliches Pachtgeld 352 M.
Hierüber erstattet der Ortsvorsteher heute Vortrag.
Sowohl der Gesamtgemeinderat als auch der Gesamtbürgerausschuß ist mit einer stillschweigenden Jagdpachtverlängerung auf weitere 6 Jahre an den bisherigen Pächter unter den bisherigen Bedingungen wie solche im Jagdpachtprotokoll vom 10. Januar 1913 enthalten sind, einverstanden wenn das Pachtgeld auf jährlich 400 M erhöht wird.
Das Jagdgebiet umfaßt die Abstatter und Happenbacher Markung ausschließlich der Waldungen um das Vohenloherhofgut.
Mit der Erhöhung des Pachtgeldes auf jährlich 400 M erklärt sich der bisherige Pächter einverstanden. Ein Widerspruch erhebt sich von keiner Seite. Es folgt der Beschluß.
Teilhaber ist: Wilhelm Michelfelder Anwalt in Wüstenhausen
Stellvertreter: Hermann Laicher z. Lamm in Ilsfeld
als Bürge, Selbstschuldner u. Selbstzähler macht sich verbindlich
Carl Seeger (Land- u. Gastwirt in Abstatt)


11. Febr. 1919
Verhandelt vor dem Teilgemeinderat Abstatt und Happenbach und Teilbürgerausschuß Abstatt (Aufgrund einer Änderung der Gemeindeordnung war der Teilbürgerausschuß Happenbach bereits 1907 gesetzlich nicht mehr erforderlich).

Die Feldjagd auf der Gesamtgemeindemarkung, ausschließlich des Hofgutes Vohenlohe, wurde am 27. v. Mts an den bisherigen Pächter Julius Michelfelder Landwirt in Wüstenhausen auf weitere 6 Jahre - 1. April 1919 bis 31. März 1925 - ohne öffentl. Aufstreich für jährl. -: 400 M verpachtet.
Heute wird wegen der Verteilung dieses Pachtgeldes zwischen den Teilgemeinden Abstatt und Happenbach beraten und beschlossen:
der Teilgemeinde Abstatt -: 280 M
der Teilgemeinde Happenbach -: 120 M
von dem Pachtgeld jährlich zukommen zu lassen, außerdem fließen der Teilgemeinde Abstatt die Kosten für die nicht oder zuwenig abgelieferten Raubvögel ganz zu.

Teilgemeinderat Teilbürgerausschuß
Abstatt
Knecht (Schultheiß) Hauser
Barthau Bopp
Baumgärtner Walter
Jesser Michelfelder
Waltz Waltz
Philipps
Teilgemeinderat von Happenbach
Bäuerle (Anwalt)
Klemm
Assenheimer
Moser
Steinbacher

31. März 1919
Aufgrund einer Gesetzesänderung v. 15. März 1919 kam nach dem bereits erfolgten Wegfall des Teilbürgerausschuß Happenbach nunmehr auch der Teilbürgerausschuß Abstatt zur Auflösung, so daß es nur noch der Gesamtbürgerausschuß gab.
Dies bewog den Gesamtgemeinderat Abstatt vermutlich dazu (um nicht alle Teilbürgerausschuß-mitglieder zu entlassen), die Anzahl des Teilgemeinderats Abstatt von 7 auf 10 Personen zu erhöhen. Da alle Teilgemeinderatsmitglieder von Abstatt im Gegensatz zu ihren Happenbacher Kollegen (nur 2) gleichzeitig auch zu Gesamtgemeinderatsmitgliedern bestellt wurden, ergab sich nicht nur in Relation zu den Einwohnerzahlen ein deutliches Mißverhältnis und damit ein Übergewicht der Abstatter Räte im Gesamtgemeinderat.
Übrigens war es aufgrund gesetzlicher Bestimmungen untunlich, die notwendigen Wahlen in beiden Ortsteilen am gleichen Tag durchzuführen.
........Anläßlich des Inkrafttretens der Gemeindeordnung wurde die Zahl der Gesamt- und Teilgemeinderatsmitglieder durch Beschluß vom 10. Okt. 1907 (Gesamtgemeinderatsprotokoll S. 157 § 3) einschließlich des Vorsitzenden beim Gesamtgemeinderat auf 9 Mitglieder,
Teilgemeinderat Abstatt auf 7 Mitglieder und beim
Teilgemeinderat Happenbach auf 5 Mitglieder
festgesetzt.

Bei der letzten im Jahr 1910 vorgenommenen Volkszählung betrug die Einwohnerzahl
der Gesamtgemeinde 856,
der Teilgemeinde Abstatt 629,
der Teilgemeinde Happenbach 227.
Die Gemeinde Abstatt ist eine Gemeinde III. Klasse
Heute wird über die Festsetzung der Normalzahl der Gemeinderatsmitglieder beraten und angesichts des Umstandes daß der Bürgerausschuß in Abstatt nach dem Gesetz vom 15. März 1919 in Wegfall kommt, einer Erhöhung der Zahl der Gemeinderatsmitglieder das Wort geredet.
Hierauf wird vom Gesamtgemeinderat und Gesamtbürgerausschuß und vom Teilgemeinderat und Teilbürgerausschuß Abstatt sowie vom Teilgemeinderat Happenbach in Abänderung ihres Beschlusses vom 10. Oktober 1907 (oben S, 157 § 3) sowie in Abänderung des § 2 u. 4 der am 20. Dezember 1918 aufgestellten Satzung für die zusammengesetzte Gemeinde Abstatt und Happenbach beschlossen:
1. die Normalzahl, je ausschließlich des Vorsitzenden festzusetzen beim
Gesamtgemeinderat Abstatt auf 12 Mitglieder
und zwar 10 Mitglieder von Abstatt und 2 Mitglieder von Happenbach,
Teilgemeinderat Abstatt auf 10 Mitglieder,
Teilgemeinderat Happenbach auf 4 Mitglieder.

Die Gesamt- und Teilgemeinderatswahl muß nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 15. März 1919 heuer spätestens bis 31. Mai d. J. vorgenommen werden.
Als Tag der Wahl wurde für die Gesamt- u. Teilgemeinderatswahl Abstatt
Sonntag, den 18. Mai 1919 nachmittags von 12 bis 4 Uhr im Rathaussaal,
und für die Teilgemeinderatswahl Happenbach
Sonntag, den 25. Mai 1919 nachmittags von 2 bis 4 Uhr im Schullokal in Happenbach
bestimmt.
Beide Wahlen an einem Tag vorzunehmen ist im Hinblick auf die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen untunlich, weil ganz besonders die von Happenbach zu wählenden Gesamtgemeinderatsmitglieder kraft Gesetz zugleich auch als Mitglieder des Teilgemeinderats Happenbach gewählt gelten.........
In den Wahlvorstand wurden gewählt:
a, für die Gesamt- u. Teilgemeinderatswahl Abstatt
als Beisitzer: Anwalt Bäuerle, von Happenbach, Mitglied des Gesamtgemeinderats u.
Gottlob Boltz, Bürgerausschußmitglied
als Stellvertreter: Albert Waltz, Gesamtgemeinderatsmitglied u.
Wilhelm Kohler, Bürgerausschußmitglied
b) für die Teilgemeinderatswahl Happenbach
als Beisitzer: Anwalt Bäuerle in Happenbach und
Albert Klemm, Teilgemeinderatsmitglied das.
Als Stellvertreter: Wilhelm Moser, Teilgemeinderatsmitglied das. u.
Rudolf Steinbacher, Teilgem.ratsmitglied das.


Am gleichen Tag wurde ähnlich der bereits erwähnten Gemeindejagdpacht auch das Fischwasser der Schozach und des Happenbachs verpachtet. Der Happenbach war zu damaliger Zeit noch nicht begradigt und bot in den Gumben und Mäandern Fischen und Krebsen genügend Lebensraum. Alte Happenbacher erinnerten sich, daß der Pächter häufig in den späten Abendstunden mit Licht beim Angeln war und dieses Blinken für die damals für Aberglauben recht anfälligen Menschen etwas Unheimliches an sich hatte. Das Fischrecht wurde übrigens erst um in den 80iger Jahren aufgehoben.

Das Fischwasser der Gemeinde Abstatt und Happenbach in der Schozach u. Happenbach wurde heute auf die Zeit vom 1. April 1919 bis 31. März 1925 an
Bernhard Kaufmann, Privatier in Heilbronn
für jährlich 100 M lt. besonderem Pachtprotokoll verpachtet.
Es ist über die Verteilung des Pachtgeldes unter die beiden Teilgemeinden Abstatt und Happenbach Beschluß zu fassen. Auf Vorschlag des Ortsvorstehers ergeht folgender Beschluß:
1. der Teilgemeinde Abstatt 70 M
der Teilgemeinde Happenbach 30 M
von dem Pachtgeld jährlich zukommen zu lassen.

13. Juni 1919
Obwohl die Einwohnerzahlen eigentlich stagnierten, gab es vermutlich auch aufgrund der zu damaliger Zeit recht hohen Kinderzahlen und so gut wie keiner Bautätigkeit Probleme mit Wohnungssuchenden:

Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß auswärtige Personen und Familien hierher zugezogen sind bzw. zuziehen wollen um hier ihren dauernden Aufenthalt zu nehmen und daß in Folge diesem hiesigen Wohnungsmietern die Wohnung gekündigt wurde ohne daß sie auf den ihrem vom Hauseigentümer gesetzten Auszugstermin eine andere Wohnung bekommen konnten, da die Wohnungen hier sehr rar sind. Hierdurch entstehen sowohl der schon seit langer Zeit hier ansäßigen Wohnungsmietern als auch der Gemeindebehörde große Unannehmlichkeiten.
Es wird beschlossen:
das Oberamt zu bitten, die Gesamtgemeinde Abstatt als eine Gemeinde mit Wohnungsmangel bezeichnen zu wollen.

In der Weimarer Zeit gab es noch keine deutsche Staatsangehörigkeit, sondern die 18 Länder des Deutschen Reiches hatten eigene Staatsangehörigkeiten. Der Gemeinderat mußte deshalb gehört werden und seine Zustimmung erteilen, wenn ein Bewohner der Gemeinde zum Bürger werden wollte. So wurde am gleichen Tag über einen Antrag eines in Vohenlohe wohnhaften Domänepächters verhandelt, der mit seiner Familie „vom Preußen zum Württemberger“ zu werden:

Der hier auf Vohenlohe wohnhafte Domänepächter Heinrich Gunkel, geb. am 11. März 1854 in Bornhagen, Kreis Heiligenstadt, katholisch, verheiratet, beantragt seine Aufnahme in die württembergische Staatsangehörigkeit mit dem Bemerken, daß er sich mit seiner Familie in Württemberg und zwar in der hiesigen Gemeinde niedergelassen habe und er deutscher sei, sofern er nach der von ihm übergebenen Urkunde, Staatsangehörigkeitsausweis vom 20. Mai 1919, in Preußen die Staatsangehörigkeit besitze. Die Aufnahme soll sich auf folgende Familienangehörige erstrecken:

1. die Ehefrau Hermina Gunkel, geb. Engelhardt, verwitwete Schilling, geb.
25. Juli 1863 in Bilshausen Kreis Duderstadt, Preußen,
2. den Stiefsohn Hermann Schilling, geb. 3. Dez. 1884 in Heiligenstadt, ohne
Beruf, geisteskrank.
3. die Tochter Marie Martha Margarete Gunkel geb. 16. Aug. 1898 in Sollstadt,
Preußen
4. den Sohn Josef Georg Otto Franz Gunkel geb. 6. Juli 1900 in Sollstadt,
Preußen, bei den Eltern

Gemeinderätliche Äußerung:
Gegen das vorstehende Aufnahmegesuch eine Einwendung nicht zu erheben, da der Antragsteller ein Deutscher ist, sofern er die Staatsangehörigkeit in Preußen besitzt, sich in Württemberg niedergelassen hat und sozial hier bekannt ist, bei ihm kein Grund vorliegt, der nach §§ 3 bis 5 des Ges. über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 die Abweisung eines Neuanziehenden oder die Versagung der Fortsetzung des Aufenthalts rechtfertigt, mithin die Aufnahme erteilt werden muß.

3. März 1920
Als Weinbaugemeinde hatte Abstatt zur Beobachtung des Auftretens des aus Amerika importierten Schädlings Reblaus eine Reblauskommission einzusetzen. Diese Kommission bestand aus 3 fachkundigen Weingärtnern:

Die örtliche Reblauskommission besteht bisher aus Gemeinderat Seeger hier, als Vorstand, aus Gemeinderat Jesser hier und aus dem früheren Gemeindepfleger Jakob Brändle in Happenbach und es ist jedem Mitglied nach Beschluß vom 29. April 1914 ein bestimmter Teil des Gemeindebezirks als ständiger Aufsichtskreis zugeteilt.
Jakob Brändle ist jetzt 82 Jahre alt und kann in Folge seines Alters seinen Dienst als Mitglied der örtlichen Reblauskommission nicht mehr versehen.
Sein Aufsichtskreis erstreckte sich auf sämtliche Weinberge der Markung Happenbach und auf die Weinberge in der roten Staig, Markung Abstatt, Flächengehalt ca. 10 ha. Hierauf ist für Brändle ein Kommissionsmitglied zu wählen. Die Wahl wurde - da kein Mitglied des Gesamtgemeinderats Widerspruch erhoben hat - nach Art. 38 Abs. 2 der GdeO. durch Zuruf vorgenommen. Gewählt wurde
Albert Klemm, Weingärtner und Gesamtgemeinderatsmitglied in Happenbach. Derselbe erklärt, daß er die Wahl annehme, worauf er auf seinen früheren als Gemeinderatsmitglied abgegebenen Diensteid hingewiesen wurde. Beschluß:
1. dem Neugewählten den bisher von seinem Vorgänger Jakob Brändle immer
gehabten Aufsichtskreis zuzuweisen.
2. Hiervon durch Protokollauszug dem Oberamt vorgeschriebene Anzeige zu erstatten.

22. April 1920
Die in der Weimarer Zeit recht zahlreich stattfindenen Wahlen waren immer wieder Gegenstand von Gesamtgemeinderatssitzungen.


Für die in Bälde (6. Juni) stattfindenden Reichtagswahlen wird zufolge Erlaß des Ministeriums des Innern vom 7. d. Mts und des Oberamts vom 15. d. Mts heute folgendes bestimmt:
1. Abstimmungsbezirk: Die Gesamtgemeinde soll „einen“ Abstimmungsbezirk bilden.
2. Wahlraum: Sitzungssaal des Rathauses in Abstatt.
3. Wahlleiter und Stellvertreter: Zum Wahlleiter wird Schultheiß Knecht und zum
Stellvertreter Hauptlehrer Riexinger in Happenbach
vorgeschlagen.

6. Juni 1920
Wahlergebnis Gesamtgemeinde Reichstagswahlen in %:
Partei Gesamtgemeinde Deutsches Reich
Weimarer Koalition: 22,3 43,5
SPD (17,1) (21,7)
Zentrum ( 0,3) (13,6)
Deutsche Demokrat. Partei ( 4,9) ( 8,2)

Oppositionsparteien:
Unabh. Sozialdem. Partei 1,4 17,8
Kommunisten - 0 - 2,0
Deutsche Volkspartei 0,8 13,9
DNVP u. Württ. Bauern-
u. Weingärtnerbund 71,7 15,0
Sonstige Parteien 3,8 7,8
Das Ergebnis dokumentiert, daß die Weimarer Koalitionsparteien in der Gesamtgemeinde noch weniger Zustimmung hatten als im Reich. Die drei Weimarer Parteien SPD, Zentrum und DDP verloren ihre ehemals große Mehrheit (76,2 %) in der Nationalversammlung und sackten auf 43,6 % (Gesamtgemeinde sogar nur noch 22,3%) ab. Bei der stärksten politischen Kraft in der Gemeinde, dem Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbund handelte es sich um eine weit rechts stehende bäuerliche Interessensorganisation, die vor allem im evangelisch-ländlichen Bereich dominierte. Die NSDAP trat bei der Wahl als Partei noch nicht in Erscheinung. Am Ende der Weimarer Republik, der Machtübernahme, am 8. März 1933 bildete die NSDAP dann zunächst mit der DNVP und dem Bauern- und Weingärtnerbund eine Koalition. In der Folgezeit wurde dieser Bauernbund von der NSDAP absorbiert.

(WERBEPLAKAT BAUERN & WEING.BUND)


17. Aug. 1920
Eine Aufgabe des Gesamtgemeinderats war es auch, einen Leichenschauer einzusetzen. Er hatte die Aufgabe, den Totenschein auszustellen und diesen Tatbestand zu überprüfen. Die bereits einsetzende allgemeine Teuerung (Inflation) bewog den Amtsinhaber in steter Regelmäßigkeit um Anhebung der Gebühren nachzusuchen:

Leichenschauer Fr. Seitz, hier, hat um Erhöhung der Leichenschaugebühr nachgesucht.
Die Leichenschaugebühr betrug bisher in Abstatt lt. Teilgemeinderatsbeschluß vom 20. April 1904 1 M, in Happenbach lt. Teilgemeinderatsbeschluß vom 29. März 1916 2 M,
für die zweimalige Besichtigung einer Leiche, welche Gebühr von den Hinterbliebenen zu bezahlen ist, ein Wartgeld erhält der Leichenschauer nicht.
Seitz bittet ihm die Leichenschaugebühr in Abstatt auf 5 M, in Happenbach auf 8 M zu erhöhen, da die bisherige Gebühr bei den heutigen Verhältnissen und in Anbetracht des Zeitaufwands nach Happenbach keine genügende Bezahlung mehr sei.
Die Bitte des Leichenschauers Seitz wird vom Gesamtgemeinderat als begründet anerkannt und beschlossen:
die von den Hinterbliebenen, vom Leichenschauer für die zweimalige Besichtigung einer
Leiche, also von jedem Sterbefall, zu erhebende Gebühr mit sofortiger Wirkung in
Abstatt auf 5 M
Happenbach auf 8 M
festzusetzen.

15. Nov. 1920
Eine für die württembergischen Gemeinden wichtige Einrichtung wurde in`s Leben gerufen, dem die Gesamtgemeinde beitrat: Der Württembergische Gemeindetag.

Am 25. September 1920 wurde auf der Landesversammlung des Württ. Körperschafts-beamtenvereins in Stuttgart die Gründung eines
Württ. Gemeindetags
beschlossen. Dieser Gemeindetag soll ein Verband der württ. kleineren Städte und Landgemeinden werden, zum Zweck der gemeinsamen Interessenvertretung ähnlich wie der württ. Städtetag. Es ist beabsichtigt, von jedem Mitglied (Gemeinde) als Jahresbeitrag eine Grundgebühr von 10 M und einen Einheitssatz von 10 M pro 1000 Einwohner der Gemeinde zu erheben. Der vorläufige Ausschuß ladet zum Beitritt ein.
Vom Gesamtgemeinderat wird die Notwendigkeit der Gründung eines „Württ. Gemeindetags“ anerkannt und beschlossen:
den Beitritt zu erklären und den Jahresbeitrag auf die Gemeindekasse Abstatt zu übernehmen.

1. Dez. 1921
Das Fahrrad war in den 20er Jahren ein wichtiges und kostbares Fortbewegungsmittel. Auch Radfahrervereine waren in dieser Zeit populär. Sowohl Abstatt als auch Happenbach (Solidarität) hatten jeweils einen eigenen Radfahrverein. Die Gesamtgemeinde sah dies auch als Einnahmequelle, wie folgender Beschluß zeigt:

Für die erstmalige Ausstellung einer Radfahrkarte: 6 M und für eine Ersatzkarte die Hälfte mit 3 M Verwaltungsgebühr zu Gunsten der Gemeindekasse Abstatt, die für den Aufwand für Vordrucke zu Radfahrkarten und Verzeichnisse zu tragen hat, zu erheben.

Auch die Polizeistunde war am selben Sitzungstag ein wichtiges Thema. Auffällig ist hierbei, daß der Rat sich aus welchen Gründen auch immer auf die bisherige, nach heutigem Gesichtspunkt doch sehr enge Regelung einigte:

Durch Ministerial-Verfügung vom 30. Aug. 1921 wurde die Polizeistunde auf 11 Uhr abends festgesetzt und es kann bei Vorliegen eines örtlichen Bedürfnisses für Gast-, Speise-, Schankwirtschaften und Kaffees des Gemeindebezirks von der Ortspolizeibehörde mit Zustimmung des Gemeinderats, die Polizeistunde auf einen späteren Zeitpunkt, jedoch nicht über 12 Uhr hinaus in stets widerruflicher Weise festgesetzt werden. Die Ortspolizeibehörden sind ermächtigt, in einzelnen besonders begründeten Ausnahmefällen die Polizeistunde zu verlängern, jedoch nicht über 2 Uhr hinaus. Nach Beratung wird beschlossen:
Da ein örtliches Bedürfnis hier nicht vorliegt, es bei der gesetzlichen Regelung, worauf die Polizeistunde auf 11 Uhr abends festgesetzt ist, zu belassen, einen späteren Zeitpunkt also nicht festzusetzen.

2. März 1922
Unabhängig von Gemeinderats- und Bürgerausschußwahlen war für die Teilgemeinde Happenbach gemäß Ortsstatut alle 6 Jahr die Wahl eines Anwalts durch die Einwohner von Happenbach fällig. Das Wahlergebnis spricht für sich:

Bei der am 19. v. Mts vorgenommenen Wahl eines Anwalts für die Teilgemeinde Happenbach für die 6jährige Periode 1922/1927 wurde der bisherige Anwalt Gottlieb Bäuerle, Bauer in Happenbach geb. am 2. Nov. 1864 von 107 abgegebenen Stimmen mit 105 Stimmen wieder gewählt.

Die Not war sehr groß, den die Einwohner hatten Probleme günstiges Brennholz zum Kochen und in den Wintermonaten ihre Stuben warm zu halten, wie aus demselben Protokoll zu entnehmen ist, der sicherlich eine Bittschrift vorausging:

Nach Mitteilung der Forstdirektion Stuttgart vom 21. Jan. 1922 erhält die Gesamtgemeinde 100 Rm Brennholz um den Forstpreis aus dem Staatswald, jedoch lediglich für Minderbemittelte und zwar 50 Rm vom Forstamt Schöntal u. 50 Rm vom Forstamt Lichtenstern. Beschluß: Hiervon Abstatt 56 Rm,
Happenbach 44 Rm
zuzuweisen und dieses Holz je durch die betreffenden Teilgemeinderäte an Minderbemittelte verteilen zu lassen.

30. Okt. 1922
Daß die Gesamtgemeinde Abstatt aufgrund der Gemeindeverbandszugehörigkeit hin und wieder auch mit überörtlichen Themen beschäftigt war zeigt folgender Protokollauszug:

Der Gemeindeverband zur Versorgung des Landbezirks Heilbronn mit Elektrizität hat mit Schreiben vom 18. Okt. 1922 an die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden mitgeteilt, daß sich der Verbandsausschuß am Aktienkapital des Großkraftwerks Württemberg AG, welch. letzteres z. Z. bei Neckargartach ein Dampfkraftwerk erstellt, mit 3 - 5 Millionen Mark zu beteiligen wünsche, was auch dem Gemeindeverband ein gewissen Einfluß auf die Verwaltung des Großkraftwerks gesichert würde und ersucht die Gemeinderäte um Stellungnahme hierzu.
Des Weiteren haben die hessische Stadtgemeinde Wimpfen und die badischen Gemeinden Rappenau und Schluchtern um Aufnahme in den Gemeindeverband gebeten. Nach § 6 der Verbandssatzung kann der Beitritt weiterer Gemeinden zu dem Verband nur mit Zustimmung der Gemeinderäte sämtlicher Verbandsgemeinden erfolgen. Es wird vom Gesamtgemeinderat beschlossen:


1. Mit der Beteiligung des Gemeindeverbands am Aktienkapital des Großkraftwerks
Württemberg A.G. bis zum Betrag von 5 Millionen Mark sich einverstanden zu erklären.
2. Zustimmung zu der Aufnahme der Stadtgemeinde Wimpfen, sowie der badischen
Gemeinden Rappenau und Schluchtern in den Gemeindeverband und zu der hierdurch
erforderlich werdenden Satzungsänderung zu erteilen.

3. Dez. 1922
Gesamt- und Teilgemeinderatsergänzungswahl:
....wurden zu Mitgliedern des Gesamtgemeinderats gewählt auf die voll 6jährige Periode bis zum Ablauf des Jahres 1928
a, von Abstatt b, von Happenbach
1. Walter, Emil Bauer 6. Steinbacher, Rudolf, Bauer
2. Bopp, Friedrich Wilh. S. Bauer
3. Härle, Karl Bauer
4. Schwilk, Hermann Bauer
5. Seitz, Ludwig Zimmermeister

1. März 1923
Wie im Reich gab es auch in der Gesamtgemeinde vermutlich aus andersgearteten Gründen wegen Wahlen Unruhen bzw. Widerstände. Die Beweggründe selbst sind aus dem Protokoll leider nicht zu entnehmen:

Innerhalb der einwöchigen Frist wurde das Wahlergebnis im Wege des Einspruchs von den beiden wahlberechtigten Bürgern Wilhelm Ehrenfeld u. Gottlob Boltz von hier beim Gemeinderat angefochten, welcher Beschwerde aber der Bezirksrat nach Beschluß vom 30. Dezember 1922 eine Folge nicht gegeben hat, dieselbe wurde vielmehr als unbegründet abgewiesen, wovon den Beschwerdeführern und dem Gesamtgemeinderat Eröffnung gemacht wurde.
Aus vorstehenden Gründen mußte die auf 24. Dezember 1922 anberaumt gewesene Teilgemeinderatswahl Happenbach verschoben werden. Dieselbe wurde hierauf nach Ablauf der Beschwerdefristen der Gesamtgemeinderatswahl am 18. Febr. 1923 vorgenommen.. Gewählt wurde auf die ganze 6jährige Periode bis zum Ablauf des Jahres 1928
1. Weik, Reinhold, Schuhfabrikarbeiter
2. Unkauf, Hermann, Bauer, letzterer seitheriges Teilgemeinderatsmitglied.
Die Inflation hatte zwischenzeitlich solche Ausmaße angenommen, daß das Krankenkassenwesen unmittelbar vor dem Zusammenbruch stand. Verzweifelt wurden Mittel und Wege gesucht aus diesem finanziellen Desaster herauszukommen. Die Gemeinde sollten sich an den Wegegeldern direkt beteiligen. Jedoch waren die Gemeindekassen ebenfalls von der Inflation arg gebeutelt wie sich aus dem Beschluß unschwer ableiten läßt:
Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und Ärzte teilt in einem Schreiben v. 18. Januar 1923 mit, daß wegen der obwaltenden Wirtschaftsverhältnisse der Zeitpunkt immer näher rückt, daß die Krankenkassen zur Erfüllung der gesetzlichen Leistungen unfähig werden. Sie sucht nun Mittel und Wege um sich vor einem allgemeinen Zusammenbruch zu schützen.

In erster Linie glaubt sie durch Herabminderung der Belastung der Krankenkassen durch die ärztlichen Weggelder große Ersparnisse zu erzielen, wenn sich die Gemeinden des Landes, welche nicht Arztsitz sind, zur Übernahme der Weggelder in Höhe des hälftigen Aufwandes bereit finden. Im Falle der Übernahme dieser hälftigen Weggelder durch die Gemeinden müßte dies zur Folge geben, daß die Ärzte für Gänge zu Privatkranken keine Weggelder diesen aufrechnen dürfen. Das Oberamt verlangt diesbezüglich einen Beschluß.
Beschluß:
1. Der Anregung zur Übernahme von Weggeldern auf die Gemeinde nicht näher zu treten.
2. Für den Fall der Übernahme dieser Weggelder auf die Amtskörperschaft zu beantragen, daß
diese Kassen auf die Umlage der Gesamtamtskörperschaft, also nicht auf die Landumlage,
übernommen werden.
3. daß die hiesige Gemeinde mit keinem Arzt ein besonderes Abkommen treffen will
4. zu berichten daß Abstatt etwa 15 % , Happenbach etwa 40 % von der Einwohnerzahl,
Kassenangehörige hat. Ärztliche Inanspruchnahmen:
Abstatt Kassenangehörige 30 % andere Personen 70 %,
Happenbach Kassenangehörige 65 % andere Personen 35 %

13. Sept. 1923
Zwischenzeitlich konnte man schon von einer galoppierenden Inflation sprechen. Selbst der
Fischwasserpächter Bernhard Kaufmann aus Heilbronn war nicht mehr bereit rückwirkend höhere Pachtgelder zu zahlen. Vor dem Pachteinigungsamt und beim Amtsgericht mußte ein Schlichtungstermin anberaumt werden.
Ergebnis:
Zu dem bereits für 1922 und 1923 bezahlten Pachtgeld von 100 M folgende Beträge nachzuzahlen hat: für 1922 500 000 M
für 1923 1 500 000 M

Die Gemeindekasse war sogar nicht mehr in der Lage den Happenbacher Gesamtgemeinderatsmitgliedern das Kilometergeld auszubezahlen so daß diese notgedrungen einem generellen Verzicht zustimmten:

Zufolge Beschlusses vom 2. März 1910 erhalten die Gesamtgemeinderatsmitglieder von Happenbach fürs Anwohnen bei den Sitzungen in Abstatt ein Kilometergeld aus der Gemeindekasse Abstatt ausbezahlt. Zu heutiger Sitzung wir von den anwesenden Gesamtgemeinderatsmitgliedern von Happenbach der Verzicht auf diese Entschädigung ausgesprochen und hierauf vom Gesamtgemeinderat beschlossen:
dieses Kilometergeld rückwirkend ab 1. April 1923 und künftighin nicht mehr zur Auszahlung zu bringen.

12. Nov. 1923
Die Inflation hatte solche Ausmaße angenommen, daß der Gesamtgemeinderat ab 1920 in immer häufiger folgendem Turnus ständig immer höhere Wertanpassungen beschließen mußte. Selbst 3 Tage vor der am 16. Nov. 1923 erfolgten Beendigung der Inflation durch die Ausgabe der Rentenmark, die durch Goldobligationen auf den deutschen Grundbesitz und zusätzliche Garantie der deutschen Banken gesichert war, beschloß der Gesamtgemeinderat noch die Erhöhung des eigentlich relativ geringen Anwaltsgehalt auf eine astronomische Höhe. Das Papiergeld hatte allerdings nahezu keinen Wert mehr. Die Beschlüsse waren gegen Schluß dieser Preisspirale oft am Folgetag bereits Makulatur. Beispielhaft soll dies an Löhnen, Taggelder der Gemeinderäte und Gebühren (jeweils in Mark) aufgezeigt werden:


Datum Jahresgehalt Jahresgehalt Taggeld Abfindungsbeitrag
Ortsvorsteher Anwalt Gemeinderat TG Happenbach an
Abstatt___________
01.04.1918 4.000 5 500
27.08.1919 10
01.04.1920 20.600 300 30
01.04.1921 600 5.000
01.01.1922 43.000
01.04.1922 57.910 1.200 50 25.000
01.07.1922 112.020 90
01.09.1922 321.769 380
01.10.1922 monatlich 36.270 800
01.01.1923 dto. 168.922 8.000 2.400
01.02.1923 dto. 354.885
13.09.1923 ? ? 400.000.000
12.11.1923 ? 50.000.000.000 ? ?
(50 Milliarden Mark)

Die Inflation resultierte im Wesentlichen daraus, daß das Reich zu den dauernden Staatsaufgaben folgende Verpflichtungen zu erfüllen hatte:
Rückzahlung und Verzinsung der Kriegsanleihen,
Zahlung der von den Siegermächten geforderten Wiedergutmachung,
Rentenzahlung für Kriegshinterbliebene,
enorme Wiederaufbaukosten - die Erbschaft des Krieges.
Die Inflation traf vor allem die kleinen Sparer, die ihre mühsam zusammengetragenen Guthaben innerhalb weniger Monate verloren, das sie buchstäblich wertlos waren. Andere, vor allem Spekulanten profitierten nicht selten von dieser Situation, da sie sich leicht ihrer Schulden entledigen konnten. Weite Unzufriedenheit machte sich in der Bevölkerung breit.

(Geldschein Vor- u. Rückseite)

23. Nov. 1923
Trotz oder auch wegen der Rentenreform stand ein harter Winter in´s Haus. So verwundert es nicht, daß die Gemeinderäte teilweise in der Überwachung der korrekten Milchablieferungen eingesetzt wurden:

Nach einem Aufruf des Militärbefehlshabers vom 17. d. Mts. ist die Milchanlieferung in letzter Zeit in den Bedarfsgemeinden sehr erheblich zurückgegangen, es sind daher Vorkehrungen zu treffen, daß wieder mehr Milch an die Bedarfsgemeinden aus den Überschußgemeinden abgeliefert wird. Das Ernährungsministerium hat mit Erlaß vom 17. Nov. 1923 angeordnet, daß in jeder Gemeinde aus der Milch an Bedarfsgemeinden zu liefern ist, unter Leitung des Ortsvorstehers ein Ausschuß für die Milchanlieferung zu bilden sei, dem mindestens zwei Gemeinderäte und drei Vertreter der milchliefernden Landwirte der Gemeinde angehören. Dieser Ausschuß hat für die richtige Unterausteilung des Lieferungssolls an die kuhhaltenden Landwirte zu tragen und die Anlieferung durch die einzelnen Landwirte zu überwachen.

Das Oberamt Heilbronn verlangt mit Erlaß vom 19. d. Mts. die Bildung des Ausschusses.
Zu heutiger gemeinschaftlicher Sitzung wurden zu Mitgliedern des Ausschusses bestellt:
a in Abstatt: Schultheiß Knecht und 5 Gemeinderatsmitglieder
b, Happenbach: Anwalt Bäuerle und alle Teilgemeinderatsmitglieder (4)

15. Dezember 1923
Auch um die Jagdpachtzahlungen wurde gestritten, weil das festgesetzte Pachtgeld nicht mehr bezahlt werden konnte:
Der Jagdpächter Julius Michelfelder von Wüstenhausen ist nicht bereit das auf 352 Goldmark vom Gesamtgemeinderat festgesetzte Pachtgeld zu bezahlen. Beschluß:
1. das Pachteinigungsamt anzurufen und um möglichst baldige Anberaumung
des Verhandlungstermins zu bitten.
2. Zur Verfolgung der Ansprüche aus dem Jagdpacht neben dem Ortsvorsteher
Knecht noch die Gemeinderäte Krafft, Weber und Klemm zusammen und jeden für sich zu
bevollmächtigen.

24. Jan. 1924
Das Eintreiben der Steuer war schon immer ein Problem. Der Gesamtgemeinderat hatte gegenüber dem vom Reich erlassenen Verordnungen durchaus seine eigene Meinung wie folgender Protokollauszug beweist:

Mit dem 1. Febr. d. J. werden die Ortssteuerämter durch das Reich in Württemberg aufgehoben. Dies teilt das Finanzamt Heilbronn dem Gemeinderat mit, mit dem Anfügen, daß es dringend erwünscht sei, daß der Gemeindepfleger oder eine anderer Gemeindebeamter oder der seitherige Ortssteuerbeamte den Einzug der Reichssteuern in der Gemeinde gegen die vom Reichsfinanzministerium festgesetzte Vergütung von 0,75 M vom Hundert der abgelieferten Steuerbeträge übernehme. Der Gemeinderat bedauert die Aufhebung des Ortssteueramts - einer so alten, bisher immer bewährten zweckmäßigen Einrichtung - muß sich aber mit der Verfügung des Reichsfinanzministeriums abfinden.........
Im Beschluß wird dann folgendes betont:
1. den Steuereinzug der Reichssteuern in der Gesamtgemeinde Abstatt besorgen
zu lassen und weil sich kein Gemeindebeamter hierzu bereit erklärt hat........
4. Eine Haftung bezüglich des Steuereingangs und für den Steuereinzugs-
beamten nicht zu übernehmen.

Schließlich konnten nach Ausschreiben der Stelle (Gewerbeaufruf) mit
......Wilhelm Bopp, Karls Sohn geb. 26. Jan. 1896, verheirateter Landwirt .....
ein Einzugsbeamter gefunden werden.
.....Derselbe verlangt neben der vom Reich ausgesetzten Einzugsgebühr von 0,75 vom Hundert noch eine feste Belohnung aus der Gemeindekasse......
Diese wurde mit zusätzlich 10 M je Monat gewährt. Jedoch konnte der Einzugsbeamte durch ein Veto des Landesfinanzamtes solange nicht eingesetzt werden, bis die Gemeinde
.......die Haftung für den von der Gemeinde aufgestellten Steuereinzugsbeamten Wilhelm Bopp, d. h. für die richtige Ablieferung der bei ihm eingegangenen Reichssteuern.......
übernahm, was nachträglich dann doch noch erfolgte.


10. März 1924
Ein großes Problem war das „große Heer von Arbeitslosen“. Im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms der Landesregierung wurde der Happenbach zu besseren Nutzung der Wiesen und Äcker begradigt. Daraus resultiert dann auch die Veränderung der Markungsgrenzen. In diesem Zusammenhang entstanden für die Gemeinde Flächen, die an die interessierten Bauern verkauft wurden wie nachstehende Protokolle belegen:

....Nach dem Meßurkundenheft von Abstatt und dem Meßurkundenheft Happenbach hat sich anläßlich der Regulierung des Happenbach´s eine Veränderung der beiden Teilgemeinde-markungsgrenzen in der Weise ergeben, daß von der Markungsfläche Abstatt 2 ar 83 qm abgegangen und der Markungsfläche Happenbach zugegangen sind, so daß also die Markungsfläche Abstatt um 2 ar 83 qm kleiner und die Markungsfläche Happenbach um 2 ar 83 qm größer geworden ist. Vom Teilgemeinderat Abstatt und vom Teilgemeinderat Happenbach wird beschlossen:
diese Veränderungen der beiden Teilgemeindenmarkungen anzuerkennen und dem Bezirksrat um Genehmigung zu ersuchen.

.....Anläßlich der Regulierung des Happenbach´s sind die beiden Teilgemeinden Abstatt und Happenbach nach den vorliegenden Ergänzungsmeßurkunden vom 29. November 1923 .......
Eigentümer einer Anzahl verlandeten Flächen geworden, welche an die angrenzenden Grundstücksbesitzern wieder abzutreten sind. Um die dadurch notwendige werdenden Kaufverträge abschließen zu können, wird vom Teilgemeinderat Abstatt u. Happenbach
beschlossen:
zum Vertragsabschluß und zur Auflassung
für Abstatt den Gemeindepfleger Wilhelm Krafft und
für Happenbach den Gemeinderat Albert Klemm bevollmächtigen

21. November 1924
Aufgrund eine Königlichen Verordnung aus dem Jahre 1841 war es notwendig, daß die Gemeinden mit den angrenzenden Gemeinden in regelmäßigen Abständen Markungsgrenz-umgänge zu vereinbaren hatten.

......Nach einem Erlaß des Innern vom 25. Okt. d. J. wird den Gemeinden empfohlen, die Zeiträume der Regelung der Gemeindegrenzen gleichmäßig auf 6 Jahre festzusetzen und dabei über die regelmäßige Beiziehung eines Geometers Beschluß zu fassen......
.....Durch Gesamtgemeinderatsbeschluß vom 25. Jan. 1892 wurde der Zeitraum während welchem der Markungsgrenzumgänge regelmäßig zu wiederholen sind, mit Lauffen, Beilstein u. Schmidhausen auf 4 Jahre, mit Auenstein, Ilsfeld, Untergruppenbach u. Unterheinriet auf 3 Jahre festgelegt. Die letzten Markungsgrenzumgänge mit den Nachbargemeinden wurden sämtlich mit Ausnahme von Schmidhausen im Jahre 1921 vorgenommen......
Es wird Gesamtgemeinderat beschlossen:
Die Markungsgrenzumgänge mit den Nachbargemeinden jeweils in Zeiträumen von 6 zu 6 Jahren unter Zuziehung eines Geometers, des Ortsvorstehers und eines Felduntergängers stattfinden zu lassen.


20. Febr. 1925
Schon lange fehlte in Happenbach ein Platz für eine Spritzenremise für die Feuerwehr.
Nachdem ein geeignetes in Sicht war entschloß man sich kurzerhand zum Kauf:

.....Karl Bäßler, Maurer, bisher in Happenbach wohnhaft hat sich im Dezember v. J. nach Flein verheiratet. Derselbe will sein Wohnhäuschen Gebäude No. 15: 74 qm Wohnhaus und Hofraum und No. 13/1 Gras- und Baumgarten verkaufen.
Das Wohnhäuschen ist so defekt, daß es sich für Wohnzwecke nicht mehr eignet, dagegen könnte es oder der Garten für eine Spritzenremise die in Happenbach bisher fehlt, verwendet werden. Ein geeigneter Bauplatz hierfür ist sonst in Happenbach absolut nicht zu bekommen, obwohl man sich schon alle erdenkliche Mühe gegeben hat.
Vom Gesamtgemeinderat ergeht der einstimmige Beschluß:
......das Gebäude N. 15: 74 qm Wohnhaus u. Hofraum und N. 13/1 Gras- u. Baumgarten für den von Bäßler verlangten Kaufpreis von 1175 M zu erwerben......
.
Am 25. Juni 1925 wurde das Vorhaben dann in die Tat umgesetzt:
.......Es wird heute beschlossen:
Einen Plan und Kostenvoranschlag durch den Oberamtsbaumeister anfertigen zu lassen.

3. März 1925
Nachdem es mit dem bisherigen Jagdpächter nicht nur wegen der Bezahlung des Pachtgeldes Probleme gab, so wurde er z. B.festgehalten, daß
....der Jagdpächter als Strafe für nicht abgelieferte Füße von 3o Raubvögeln pro 1923 u. 1924 je 15 = 30 M zu bezahlen hätte....
wurde ein neuer Pächter gesucht:
....die Feldjagd der hies. u. Happenbacher Markung mit Ausschluß des Grundbesitzes des Vohenloherhofguts, wurde heute im öffentlichen Aufstreich nach vorhergegangener rechtzeitiger Bekanntmachung in der Neckarzeitung und in der Zeitschrift „Der deutsche Jäger“
auf die zwölf Jahre - 1. April 1925 bis 312. März 1937 - an
Siegfried Levi, Fabrikant und Schloßgutsbesitzer auf Stettenfels
Bürge und Teilhaber: Gustav Bücheler, Landwirt u. Tiergartenbesitzer in Stuttgart,
für jährliche 750 Goldmark verpachtet, worüber heute ein besonderes Pachtprotokoll mit dem Pächter abgeschlossen wurde.

29. März 1925
Nachdem der erste Reichspräsident Friedrich Ebert am 28. Februar wegen einer nicht rechtzeitig erfolgten Blinddarmoperation im Alter von 54 Jahren verstorben war, mußte zum ersten Mal ein Reichspräsident durch das Volk gewählt werden. Aufgrund des großen Parteienspektrums und der Zerstrittenheit der Parteien war dies ein schwieriges Unterfangen:


Wahlergebnis Reichspräsidentenwahlen in %:

Partei/Kandidat 1. Wahl / 29. März Partei/ 2. Wahl / 26. April
Abstatt Reich Kandidat Abstatt Reich
Weimarer Koalition:
Braun (SPD) 21,2 29,0
Marx (Zentrum) - 14,5 Marx 19,1 45,3
Hellpach (DDP) 3,8 5,8 (unterstützt von Weimarer Koalition)

Oppositionsparteien:
Thälmann (Kommunisten) 0,5 7,0 Thälmann 0,2 6,4
Rechtsblock:
Jarres (Dt. Volkspartei) 72,9 38,8 Hindenburg 80,7 48,3
Held (Bay. Volkspartei) 0,3 3,7 (unterstützt vom
Ludendorff (NSDAP) 0,8 1,1 Rechtsblock)
Sonstige 0,5 0,1

Da beim 1. Wahlgang keiner der Kandidaten die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erzielte, wurde ein 2. Wahlgang erforderlich. Hindenburg stellte sich auf Drängen des Rechtsblocks zur Verfügung. Trotz gravierender Differenzen war es den demokratischen Parteien gelungen sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen, wobei die SPD und die DDP sich staatstragend
verhalten und auf einen eigenen Kandidaten verzichtet hatten. Kurios ist, daß die Kommunisten aufgrund ihrer politischen Engstirnigkeit knappen Erfolg des Rechtskandidaten ermöglichten, anstatt auf die aussichtslose Kandidatur Thälmanns zu verzichten.
In der Gesamtgemeinde Abstatt hatte der Repräsentant der demokratischen Parteien der Weimarer Koalition im Gegensatz zu dem Ergebnis Heilbronn-Stadt und Land (Marx 62,1% :
Hindenburg 35,5 %) wenig Zustimmung. Hindenburg war ein typischer Vertreter des zusammengebrochenen Systems des Wilhelministischen Deutschland. War dies der richtige Reichspräsident? Eine ausländische Zeitung kommentierte treffend: Die Bedeutung der Wahl Hindenburgs liegt darin, daß das deutsche Volk in der Person Hindenburgs seinen früheren Heerführer gewählt hat und daß es damit seine Niederlage im Weltkrieg leugnen will.

Die häufigen Wahlen waren sicherlich Grund dafür, daß die Happenbacher Bürger vor Ort einen eigenen Wahlbezirk beantragten:
......Bei Land- und Reichstagswahlen bildete die Gesamtgemeinde Abstatt bisher nur „einen“ Abstimmungsbezirk..... Auch anläßlich der letzten Sonntag stattgehabten Reichspräsidenten-wahl ist wieder der Wunsch zur Bildung eines eigenen Abstimmungsbezirks geäußert worden. Der Teilgemeinderat Happenbach möchte dem Wunsche der Bürgerschaft entsprechen und will ein diesbezügliches Gesuch beim Oberamt einreichen, womit auch der heute anwesende Gesamtgemeinderat Abstatt einverstanden ist. Es wird von beiden Kollegien beschlossen:
Die Bitte auszusprechen, daß dem Wunsche der Teilgemeinde Happenbach Rechnung getragen werden soll und Happenbach bei den künftigen Wahlen, erstmals bei der am 26. April d. J. vorzunehmenden Reichspräsidentenwahl als besonderer Abstimmungsbezirk anerkannt und eingerichtet wird.


6. Dez. 1925
Auch die Gesamtgemeinderäte waren nach Ablauf ihrer 6jährige Wahlperiode zur Hälfte des Gremiums immer wieder neu zu wählen. Ergebnis:
......Gewählt wurden auf 6 Jahre bis zum Ablauf des Jahres 1931
Krafft, Wilhelm in Abstatt mit 329 Stimmen
Phillips, Friedrich „ „ „ 195 „
Waltz, Albert „ „ „ 192 „
Bopp, Adolf „ „ „ 190 „
Hiller, Paul „ „ „ 172 „
Klemm, Albert in Happenbach 231 „

8. September 1926
Es ist bisher in der Gemeinde Abstatt nicht mehr bekannt, daß der Gesamtgemeinderat Abstatt am 8. September öffentlich und einstimmig einen auswärtigen Bürger zum Ehrenbürger der Gesamtgemeinde Abstatt ernannt hat. Begründet wurde dies dadurch, daß Siegfried Levi sich dadurch verdient gemacht hat, daß er das Andenken der gefallenen Abstatter und Happenbacher Soldaten mit einem Ehrenmal bewahren wollte. Der spätere Bürgermeister Lell hat diese Ehrenbürgerschaft 5 O Jahre später mit dem Hinweis auf einen nicht dokumentierten Gemeinderatsbeschluß vom 27. Februar 1934 buchstäblich mit einem Federstich durchgestrichen bzw. „zurückgenommen“. Das Problem: Bei Siegfried Levi handelte es sich um einen Juden. Diese „gestrichene Ehrenbürgerschaft“ wurde in der Nachkriegszeit weder in`s Bewußtsein gerufen und damit auch nicht mehr aufgearbeitet.
Protokollauszug:

.......Herr Schloßgutsbesitzer Fabrikant Siegfried Levi auf Stettenfels hat der Gemeinde das in Kunststein gehauene Kriegerdenkmal gestiftet. Anläßlich der demnächstigen Einweihung des Denkmals soll dem Stifter eine entsprechende Ehrung zu teil werden. Durch diese Stiftung hat sich Herr Levi um die Gesamtgemeinde besonders verdient gemacht, der Ortsvorsteher schlägt daher vor, ihm das Ehrenbürgerrecht der Gesamtgemeinde Abstatt zu erteilen.
Es wird einstimmig beschlossen:
1. dem Herrn Schloßgutsbesitzer Levi auf Stettenfels gemäß Art. 11 Abs. 1 des
Gemeindeangehörigkeitsgesetzes vom 16. Juni 1885 das Ehrenbürgerrecht
der Gesamtgemeinde Abstatt zu verleihen.
2. demselben anläßlich der Einweihungsfeier des Kriegerdenkmals eine
künstlerisch ausgestattete Ehrenbürgerrechtsurkunde durch den Ortsvorsteher
ausfolgen zu lassen, mit folgendem Wortlaut:



(Kopie des Entwurfs der Ehrenbürgerrechts=Urkunde
S. 741 GG-Protokolle)


Ehrenbürgerrechts-Urkunde

Der Gesamtgemeinderat Abstatt Oberamt Heilbronn hat einstimmig beschlossen, den
Schloßgutsbesitzer
Herrn Fabrikanten Siegfried Levi
auf Stettenfels,
welcher sich durch Stiftung eines Kriegerdenkmals um die Gesamtgemeinde Abstatt besonders verdient gemacht hat, in dankbarer Anerkennung zum
Ehrenbürger
der Gesamtgemeinde Abstatt zu ernennen, worüber gegenwärtige Urkunde ausgestellt wurde.
Zur Beurkundung!
Abstatt, den
Gesamtgemeinderat/13 Unterschriften

Gesamtgemeinderat: Schultheiß Knecht
Wilhelm Krafft
Albert Waltz
Emil Walter
Friedrich Bopp
Ludwig Seitz
Wilhelm Weber
Friedrich Philipps
Adolf Bopp
Paul Hiller
Hermann Schwilk
Albert Klemm
Rudolf Steinbacher

17. Okt. 1926
Einweihung des Kriegerdenkmals in Abstatt:

( Programm liegt Herrn Eschenweck bereits vor)

Die Bevölkerung der Gesamtgemeinde mit ihren Vereinen hat bei dieser Einweihung und der Ehrung des Stifters mit der Ehrenbürgerrechtsurkunde (s. Programm Nr. 8) teilgenommen. Das Programm läßt erahnen, welche Bedeutung und Feierlichkeit (Festzug und Läuten der Kirchenglocken) dieser Akt hatte. Es ist nicht nachvollziehbar wie so etwas verdrängt wurde und damit in Vergessenheit geraten ist.

10. Juli 1927
Der Ehrenbürger schien, obwohl nicht in Abstatt sondern auf Stettenfels wohnend, doch sehr verbunden mit der Gesamtgemeinde gewesen zu sein wie ein Tagebuchauszug des eh. Lehrers Haas aus Happenbach dokumentiert:
....Kinderfest in Abstatt, Levi Stettenfels hat die Kinder recht erfreut. Wir saßen bis 4 Uhr beisammen und wurden dann mit Levi´s Auto heimgeführt....
Auch am 27. Juli d. J. findet sich folgender Eintrag anläßlich der Verabschiedung eines Lehrers:
.....Abschied Lehrer Jahn, Untergruppenbach, im Adler. Lehrer Jahn geht nach Knittlingen. Schloßbesitzer Levi lädt zum Abschiedsessen ein......


11. Mai 1927
Eine außerordentlich und von allen Bevölkerungsschichten anerkannte Person in der Gesamtgemeinde war Johannes Knecht. Dies war nicht allein auf seiner Position als Schultheiß begründet, das er untadelig und mit hohem Fachverstand betreute. Über 24 Jahre, vom
13. 03. 1903 bis 31. 05. 1927 war er Schultheiß der Gesamtgemeinde. Ungewöhnlich war, daß er nicht in den Ruhestand ging, sondern zum Vorstand der Oberamtssparkasse Heilbronn gewählt wurde. Wir wissen nicht ob er schweren Herzens von Abstatt Abschied genommen hat. Am 13. Okt. 1927 wird noch protokolliert:
......Sparkassendirektor Knecht, hat in Heilbronn eine Wohnung erhalten und zieht am
14. Okt. 1927 nach dort um......
Verschieden Gegenstände (30 Spalierbäume, Heiz- und Kraftstromanlage, Taubenschlag etc.) die er nicht mitnehmen konnte hat die Gemeinde für 250 RM übernommen. Auf jeden Fall wurde im zu Ehren am 30. Mai 1927 eine Abschiedsfeier veranstaltet, die zugleich auch das 25jährige Amtsjubiläum des Johannes Knecht war.


Photo „Zur Erinnerung“


Diese Photo zeigt die beiden Gremien Gesamtgemeinderat und Gesamtbürgerausschuß und die Familie Knecht (mit Frau und Tochter Elfriede). Rechts vom auf dem Stuhl sitzenden Amtsnachfolger Lell ist der Ehrenbürger Siegfried Levi zu sehen, der bei solch einer wichtigen Feier selbstverständlich als Ehrengast eingeladen war.

Im Protokoll v. 11. Mai 1927 wird lapidar vermerkt:
....Der Ortsvorsteher Knecht, dessen Wahl zum Vorstand der Oberamtssparkasse Heilbronn nunmehr die Bestätigung erhalten hat, erklärt in heutiger Sitzung daß er sein neues Amt demnächst antreten müsse und deshalb hiermit auf 31. d. Mts. seinen Rücktritt vom Ortsvorsteheramt erkläre. ....Sofort wurde darüber beraten, bis wann eine Neuwahl vorgenommen werden und wer als Amtsverweser bis zum Amtsantritt des neu zu wählenden Ortsvorstehers aufgestellt werden soll.
Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurde einstimmig als Amtsverweser gewählt, das Gesamtgemeinderatsmitglied Albert Waltz, Land- u. Gastwirt hier.


13. Mai 1927
Mit großer Eile, bereits 2 Tage später, wurde zwecks Wiederbesetzung der vakanten Ortsvorsteherstelle der Gesamtgemeinderat einberufen:

In Folge der Wahl des seitherigen Amtsvorstehers zum Direktor der Oberamtssparkasse Heilbronn ist die Neuwahl eines Ortsvorstehers für die hiesige Gesamtgemeinde notwendig geworden....
Desweiteren wurde beschlossen:
..... Bewerberaufruf durch zweimaliges Einwirken im Staatsanzeiger sofort zu erlassen mit dem Bemerken, daß Bewerbungen spätestens bis 25. Mai einzureichen sind und die Vorstellung der Bewerber am Pfingstmontag den 6. Juni stattfinde.....


21. Juni 1927
Der Bewerberaufruf hatte Erfolg, denn drei Kandidaten stellten sich zur Wahl. Herbert Lell, Lauffen, siegte mit 84 % der abgegebenen gültigen Stimmen:

Bei der am 12. Juni d. Mts. stattgehabten Wahl eines Ortsvorstehers wurde
Herbert Lell
Stadtschultheißenamtsekretär in Lauffen a. N. 27 Jahre alt von 446 gültig abgegebenen Stimmen mit 376 Stimmen gewählt. Das Wahlergebnis wurde durch Aushang und Ausschellen zur Kenntnis der Wählerschaft gebracht.......

Auch einen Gehilfen gab es zu dieser Zeit im Rathaus, wie folgender Beschluß zeigt:

Der seitherige Gehilfenbeitrag des Schultheißen Knecht soll nach dem Schultheiß Knecht zum Oberamtssparkassendirektor in Heilbronn gewählt wurde auf den Gehilfen Helmut Knecht in Höhe von 100 M monatlich übertragen werden.


24. Aug. 1927
Am 24. Aug. 1927 fand die erste Gesamtgemeinderatssitzung mit dem neu gewählten Ortsvorsteher Lell statt. Der erste Tagesordnungspunkt, quasi die erste Amtshandlung war, den bereits am 13. Mai 1927 gefaßten Beschluß an der Besoldungssatzung für den Ortsvorsteher keine Änderung vorzunehmen zu revidieren.
.......Der Ortsvorsteher bittet sein Besoldungsdienstalter, welches die Grundlage zur Festsetzung des Gehalts bildet, neu zu bestimmen. Er gibt das Bes.dienstalter seiner beiden früher eingenommenen ständigen Stellen als Obersekretär beim Standesamt Schwenningen a. N. und als Stadtschultheißenamtssekretär beim Stadtschultheißenamt Lauffen a. N. bekannt ....

Der Gemeinderat erfüllt in Abwesenheit des Ortsvorstehers den Wunsch.
Anmerkung: Das Protokoll wurde trotz dessen Abwesenheit auch von Ortsvorsteher Lell unterzeichnet.

2. Mai 1928
Es ist auffällig, daß zwischen dem 11. November 1927 und dem 2. Mai 1928 keine Gesamtgemeinderatssitzungen stattgefunden haben und das Protokoll vom 11. 11. 1927 zur Beurkundung durch den Gesamtgemeinderat vorbereitet war, aber weder der Gemeinderat noch der Ortsvorsteher unterzeichnet hat. Am 2. Mai 1928 wird vermerkt:

.....Das Oberamt Heilbronn a/N teilt mit Erlass vom 19. Januar 1928 mit, daß nachdem der bisherige Amtsversammlungsabgeordnete Schultheiß Knecht seinen Wohnsitz von Abstatt wegverlegt habe, Ersatzwahl vorzunehmen sei.
Beschluß: Schultheiß Lell als Abgeordneten zu entsenden.

Die beste Zeit der Weimarer Zeit war zwischen 1924 und 1928. Grundvoraussetzung war vor allem, daß es im November 1923 gelungen war durch die Währungsreform die Inflation zu beenden. Durch den Außenminister Gustav Stresemann kam auch eine konstruktive Linie in die Außenpolitik - seine große Leistung waren die Locarno-Verträge, die eine Aussöhnung mit Frankreich brachten. Danach folgte am 10. Sept. 1926 die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Auch sozialpolitisch wurde durch das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung eine Stabilisierung der schwierigen Verhältnisse erreicht. Wirtschaftliche Besserung und außenpolitische Erfolge wirkten sich auch auf die Wahlen vom 7. Dez. 1924 und vom 20. Mai 1928 aus.
Laut einem Tagebucheintrag des Lehrers Haas hatte Happenbach bei der Wahl am 20. Mai 1928 zum ersten Mal ein eigenes Wahllokal. Diese Maßnahme wirkte sich sehr positiv auf die Wahlbeteiligung aus - 88,9 %. In Happenbach wurden nahezu ausnahmsweise 2 Parteien gewählt: SPD = 44 % / Bauern- u. Weingärtnerbund 47 %.
Unabhängig von dem in der Gesamtgemeinde traditionell guten Abschneiden des rechts orientierten Württemb. Bauern- und Weingärtnerbund entsprechen die Ergebnisse den Tendenzen im Deutschen Reich:

Wahlergebnisse der Reichstagswahlen Gesamtgemeinde / Deutsches Reich in %:

Wahl am 7. 12. 1924 Wahl am 20. 5. 1928
Partei Abstatt Reich Abstatt Reich
Demokratische Parteien:
SPD 18,9 26,0 21,4 28,7
Zentrum - 13,5 0,5 11,9
Deutsche Demokrat. Partei 3,8 6,3 4,3 4,9
Linksparteien:
Unabh. Sozialdem. Partei - 0,5 - -
Kommunisten 3,1 8,9 - 10,6
Rechtsblock:
Deutsche Volkspartei 0,2 10,6 0,9 8,7
DNVP 3,8 20,4 4,1 14,2
NSDAP - 2,9 0,7 2,6
Württ. Bauern- und
Weingärtnerbund 69,7 *) 59,2

Sonstige 0,5 10,9 8,9 18,4

*) innerhalb DNVP


21. August 1928
Seit alters her wurden die Verstorbenen von Happenbach im Friedhof in Untergruppenbach begraben, deshalb ist es nicht verwunderlich, daß der dortige Leichenschauer folgendes Ansinnen hatte, das jedoch in Abwesenheit der Happenbacher Ratskollegen ablehnend beschieden wurde:

.....Wilhelm Braun, Maurermeister in Untergruppenbach hat am 14. August d. J. um Zuweisung der Teilgemeinde Happenbach zu seinem Leichenschaubezirk Untergruppenbach gebeten......
Der Gemeinderat beschließt, das Gesuch des Braun abzulehnen.

Seit 1918 wohnte auf Burg Wildeck der Fürstl. Forstwart Josef Mayer mit Familie, die aus Böhmen zugezogen waren. Erst am 27. Mai 1927 suchten sie um die Verleihung der Württembergischen Staatsangehörigkeit bei der Gemeinde nach. Da die Eheleute Mayer einen unbescholtenen Lebenswandel führten, wurde dieser Bitte stattgegeben und Antrag zustimmend an das Oberamt weitergeleitet. Das Bürgerrecht der Gemeinde Abstatt mußte jedoch separat beantragt werden:

.....Der Fürstliche Forstwart auf Wildeck, Josef Mayer, geb. 21. Nov. 1887 und. seine Ehefrau Anna Mathilde geb. Dürr, bittet mit Schreiben vom 19. Juli d. Js. unter Vorlegung der vom Württ. Oberamt Heilbronn ausgefertigten Einbürgerungsurkunde um Aufnahme in das Bürgerrecht der Gemeinde Abstatt. Forstwart Mayer ist seit 1919 als Förster auf Wildeck angestellt. Beschluß:
1. dem Josef Mayer Fürstl. Forstwart auf Wildeck das Bürgerrecht der Gesamtgemeinde
Abstatt zu erteilen.
2. demselben eine Aufnahmegebühr von 2 RM anzusetzen und diese Gebühr der
Teilgemeindepflege Abstatt zum Einzug zu überweisen.
3. für die Benützung zur Teilnahme an den in der Gemeinde Abstatt bestehenden
Gemeindenutzungen das ortsstatutarisch festgesetzte Einstandgeld von 3 RM anzusetzen u.
der Teilgemeinde Abstatt zum Einzug zu überweisen.
4. die Bürgerliste der Gemeinde Abstatt zu ergänzen.

20. Dezember 1928
Bereits am 21. Febr. 1925 wurde in Happenbach ein abbruchreifes Haus gekauft um für die Feuerwehr eine Spritzenremise zu erstellen. Nach fast 4 Jahren wurde die Planung in angriff genommen:

Zu heutiger Sitzung wurde zur Beratung der Erbauung einer Spritzenremise in Happenbach, Oberamtsbaumeister Rebmann zugezogen. Nach eingehender Verhandlung kommt der Gemeinderat zu dem Beschluss:
1. Die Spritzenremise in Happenbach nach dem vom Oberamtsbaumeister Rebmann gefertigten
Plan durchführen zu lassen. - zunächst aber nur den Rohbau aufzustellen. -
2. Um einen Beitrag bei der Zentralstelle f. d. Feuerlöschwesen nachzusuchen.

(Originalplan von Ob.amts.baumeister Rebmann)


19. Febr. 1929
Etwas merkwürdig und ungewohnt ist nach einer Zeit vieler Protokollierungen, daß in den Jahren 1929 und 1930 kaum Einträge im Gesamtgemeinderatsprotokoll erfolgten. Es ist kaum anzunehmen, daß in dieser Zeit weniger gewichtige Ratsverhandlungen erfolgten. Mag sein, daß die beiden Teilgemeinderäte eher getrennt tagten oder daß der Ortsvorsteher Lell es mit dem Protokoll nicht so genau nahm. Wir wissen es nicht. Bezüglich des Geamtgemeinderats ist in 1929 lediglich folgendes festgehalten:

.....Die heuer in den Gesamtgemeinderat eintretenden bis Ende des Jahres 1934 gewählten Mitglieder und zwar: 1) Seitz, Ludwig, Zimmermeister
2) Walter, Karl, Metzger
3) Bopp, Friedrich, seith. Gemeinderat
4) Gscheidle, Karl, Schreinermeister
5) Walter, Emil, seith. Gemeinderat
6) Steinbacher, Rudolf, seith. Gemeinderat Happenbach
werden heute in öffentlicher Sitzung feierlich verpflichtet ....

14. Sept. 1930
Neben den Gemeinderatswahlen fand nach der Auflösung des Reichstags bereits nach 2 Jahren erneut eine Reichtagswahl statt. Innerhalb der Gesamtgemeinde blieb das Wahlergebnis gegenüber 1928 nahezu konstant. Auffallend ist bedingt durch eine prozentual stärker vertretenen Arbeiterschaft das relativ gute Abschneiden der SPD in Happenbach. Unabhängig davon waren die Stimmengewinne der NSDAP in Württemberg erheblich. Sie konnten sich von 1,9 % (1928) auf 9,4 % verbessern. Vergleicht man das Ergebnis aber mit dem Reich, so erkennt man den vergleichsweisen mageren Erfolg der württembergischen NSDAP. Während sie im Reich zur zweitstärksten Partei aufstieg, mußte sie sich in Württemberg mit dem sechsten Rang begnügen; in der Gesamtgemeinde Abstatt war sie noch unbedeutend.

Wahlergebnisse der Reichstagswahlen %:
Veränderung
Partei Abstatt Happenbach Gesamt gegenüber 1928 Reich
Demokratische Parteien:
SPD 15,8 38,5 22,4 + 1,0 24,5
Zentrum 0,7 - 0,5 +/- 0 14,8
Deutsche Demokrat. Partei 5,0 3,3 4,5 + 0,2 4,9
Linksparteien:
Kommunisten - - - +/- 0 13,1
Rechtsblock:
DNVP / DVP 1,7 - 1,2 - 3,8 11,5
NSDAP 1,0 - 0,7 +/- 0 18,3
Württ. Bauern- und
Weingärtnerbund 68,2 45,9 61,8 + 2,6 *)
Sonstige 7,6 12,3 10,1 +/- 0 12,9
davon Christl. Volksdienst (6,3) (12,3) ( 8,0)

*) innerhalb DNVP

27. Febr. 1931
Das Gemeindestatut der zusammengesetzten Gemeinde Abstatt und Happenbach war in regelmäßigen Abständen Thema des Gesamtgemeinderats. Zu Beginn der 30er Jahre wurde bereits eine Eingemeindung Teilgemeinde Happenbach in Erwägung gezogen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß protokollarisch offen bleibt, mit welcher Gemeinde dies erfolgen sollte:

....Durch Beschluß des Teilgemeinderats Happenbach u. Zuschrift vom gleichen Tag vom 20. Februar 1931 beantragt der Teilgemeinderat Happenbach gem. Art. 323 die Aufrechterhaltung der Teilgemeinde beim Gesamtgemeinderat mit der Begründung, daß die Teilgemeinde Happenbach mit der Selbständigkeit in der Gemeindeverwaltung gute Erfahrungen gemacht habe u. daß im Falle einer Eingemeindung, mit welcher Gemeinde dies auch sei, dies nicht......
Die Bürger der Teilgemeinde Happenbach wünschen dringend, daß Happenbach als selbständige Teilgemeinde, als als Teilgemeinde mit eigenem Vermögen u. eigener Verwaltung belassen bleibt.....
Der Gesamtgemeinderat nimmt Kenntnis und kommt nach längerer Beratung zu dem einstimmigen Beschluß:
dem Antrag des Teilgemeinderats Happenbach auf Aufrechterhaltung der Teilgemeinde statt zu geben. Die Verhältnisse innerhalb beider Teilgemeinden also Abstatt u. Happenbach bleiben genau wie bisher bestehen.

21. Aug. 1931
Wie bereits erwähnt liesen die Protokollierungen des Ortsvorstehers Lell etwas zu wünschen übrig. Dies war Grund, daß die Teilgemeinde Abstatt aus formalen Gründen im Gegensatz zu Happenbach beinahe ihrer Selbständigkeit verlustig ging. Denn ein halbes Jahr nach der Bestätigung der Selbständigkeit der Teilgemeinde Happenbach wurde folgendes protokolliert:

....Durch Beschluß des Teilgemeinderats Abstatt vom 27. Febr. 1931 in seiner Protokollierung vom 21. Aug. 1931 § 1 welcher aus Irrtum am 27. Febr. nicht protokolliert wurde, beantragt der Teilgemeinderat Abstatt gem Art. 323 die Aufrechterhaltung der Teilgemeinde Abstatt beim Gesamtgemeinderat mit der Begründung, daß die Teilgemeinde Abstatt mit der Selbständigkeit in der Gemeindeverwaltung gute Erfahrungen gemacht habe u. daß im Falle einer Eingemeindung nicht mehr entsprechend in der Gemeinde gemacht werden könne........

Anmerkung: Der Protokollführer hat inhaltlich das Protokoll analog der „Happenbacher Verhandlung vom 27. Febr. 1931 abgeschrieben.

6. November 1931
Die Einführung von Steuern waren schon immer ein unliebsames Thema. Es gab im Gesamtgemeinderat trotz gesetzlicher Vorschriften erheblichen Widerstand gegen die neu einzuführende Bürgersteuer. Der Ortsvorsteher Lell hatte bereits einen vorgefertigten Beschluß des Bürgermeisteramts (erstmals so erwähnt!) protokolliert und unterzeichnet:

....Auf Grund der Ausführungsverordnung des Innen- u. Finanzministerium über die Bürgersteuer im Rechnungsjahr 1931 ist die Gemeinde verpflichtet die Bürgersteuer zu erheben....
Es ergeht hiermit der Beschluss:
1. Die Bürgersteuer mit Wirkung des 1. April 1931 mit dem Landessatz in der
Gesamtgemeinde (Abstatt mit Happenbach) einzuführen.
4. Die Einführung der Bürgersteuer in der Gemeinde heute öffentlich bekannt
zugeben.

Ohne GR-Unterschriften / nur Lell

Der Gemeinderat widersetzte sich jedoch diesem Ansinnen und zwang den Ortsvorsteher in der Sitzung zu folgender Protokollierung:

....Vorgetragen werden die Bestimmungen der Bürgersteuer und bekanntgegeben, daß die Gemeinde zur Einführung derselben gesetzl. verpflichtet sei.
Nach längerer Beratung kommt der Gemeinderat zu dem Beschluss:
Von sich aus die Erhebung der Bürgersteuer abzulehnen, da es unmöglich ist, dass die Steuerpflichtigen die neue Steuer zu zahlen in der Lage sind.
Damit geht nach § 3 Abs. 2 die Verpflichtung der Einführung der Bürgersteuer auf das
Bürgermeisteramt über.....

Der Vohenloher Hof war bis 1931 zum größten Teil Eigentum der Fürstlich Löwenstein-Wertheim Rosenberg´schen Standesherrschaft. Offensichtlich benötigte das Fürstenhaus finanzielle Mittel, wie folgender Protokollauszug vermuten läßt:
....Im Frühjahr d. J. wurde vom Besitz der Fürstl. Löwenstein-Wertheim Rosenberg`schen
Standesherrschaft hiesiger Markung ca. 460 Morgen klein parzelliert an Abstatter,
Unterheinrieter u. Helfenberger Bürger wegverkauft. Das Jagdrecht auf diesen Grundstücken
geht nun auf die Gesamtgemeinde Abstatt über. Bezüglich des ca. 120 Morgen großen
Restgutes Vohenlohe, welcher als zusammengehöriges ganzes Gut zunächst noch bewirtschaftet
wird, darf von den Grundeigentümern Kübler u. Baumgärtner die Jagd als Eigenjagd ausgeübt
werden. Nach Art. 4 des Gesetzes betr. Die Regelung der Jagd v. 27. Okt. 1855 ist eine
Zerschlagung des Gemeindejagdbezirks in mehrere Jagddistrikte nur zulässig, wenn die
einzelnen Jagddistrikte 2000 Morgen enthalten. Eine Verteilung der Jagd in 2 Jagddistrikte ist
deshalb hier nicht möglich. Der Gemeinderat nimmt Kenntnis von der Veränderung des
Jagdgebietes innerhalb der Gemeinde u. kommt zu dem einstimmigen Beschluss:
Das Jagdrecht der Gemeinde an den Grundstücken, welche auf Markung Abstatt von dem Fürstl. Löwenstein-Wertheim-Rosenberg`schen Besitz wegverkauft wurden, mit Ausnahme des Resthofes Vohenlohe selbst, dem Pächter des übrigen Jagdgebietes der Gesamtgemeinde-markung Abstatt, Herrn Fabrikant u. Schloßgutsbesitzer Levi auf Stettenfels zu übertragen bis zum Ablauf der Jagdpachtzeit i. J. 1936.

Obwohl das Jagdrecht vom Ehrenbürger der Gesamtgemeinde, Siegfried Levi, gepachtet war, kam es zunächst vermutlich aufgrund der Weltwirtschaftskrise (1929 - 1932), später auch wegen eines wachsenden Antisemitismus laufend zu Spannungen:
....Mit Schreiben vom 30. Dezember 1931 bittet der Jagdpächter Herrn Schloßgutsbesitzer Levi auf Stettenfels in Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse die Jagdpacht den heutigen Verhältnissen anzupassen.....
Der Gesamtgemeinderat entsprach diesem Wunsch nicht. Im Gegensatz dazu wurde dem Fischwasserpächter Karl Fladt, Heilbronn, eine Ermäßigung bis zu 20 % zugestanden. Der Pachtstreit ging weiter:
......Er (S. Levi) müsse bedauern, daß die Gemeinde Abstatt die einzige sei, mit der er sich auf gütlichem Wege nicht verständigen könne und bedaure dies um so mehr bei dem Verhältnis in welchem er zu der Gemeinde Abstatt bisher stand...

Erst am 20. Dez. 1933 endet der Pachtstreit wie folgender Auszug verdeutlicht:
bei dieser Gelegenheit möchte ich bemerken, daß die Vorkommnisse in letzter Zeit es mit
sich gebracht haben, daß ich an der Fortsetzung der Jagdpachtverhältnisse kein großes
Interesse mehr habe. Ich wäre deshalb bereit, schon vor Ablauf von dem Jagdpachtvertrag
zurück zu treten u. bitte mir Ihre Stellungnahme hierzu mitzuteilen.- Zusagendenfalls wäre ich
bereit um eine friedliche Lösung zu finden, Ihnen die bestrittenen Beträge zukommen zu
lassen. - Der Gemeinderat beschließt:
1.) Kenntnisnahme
2.) das Jagdpachtverhältnis durch Pachtablauf im Jahre 1936 endigen zu lassen. -

17. Febr. 1932
An diesem Tag wurden die letzten nach dem zwischen den Gemeinden vereinbarten Ortsstatut gewählten Gesamtgemeinderäte mit einer Amtsperiode bis Ende 1937 (!) verpflichtet.

...Die heuer in den Gesamtgemeinderat eintretenden bis Ende 1937 gewählten Mitglieder und zwar: 1) Krafft, Wilhelm Gemeindepfleger
2) Friedrich Phillips, Landwirt, seith. Gemeinderat
3) Adolf Bopp, Landwirt, seith. Gemeinderat
4) Seeger, Karl Landwirt
5) Baumgärtner, Gottlob Landwirt
6) Klemm Albert seith. Gemeinderat Happenbach
werden heute in öffentlicher Sitzung feierlich verpflichtet.....
Gleichzeitig wurden die Mitglieder der örtlichen Steuersatzbehörde neu gewählt:
......Die Wahlperiode dauert gesetzlich 6 Jahre 1. April 1932 bis 1938.... durch Zuruf gewählt:
a) von Abstatt: b) von Happenbach
1) Wilhelm Krafft, Gemeindepfleger 1) Albert Klemm. Gemeinderat
2) Friedrich Bopp, Gemeinderat

24. April 1932
Unmittelbar nach den Reichspräsidentwahlen (13. 3. 1932 und 104. 1932) bei der sich Hindenburg („das kleinere Übel“) mit Unterstützung der SPD deutlich gegen Hitler (NSDAP) und Thälmann (KPD) durchgesetzt hatte, fanden in Württemberg die Landtagswahlen statt.
Hauptziel der NS-Wahlpropaganda waren die Bauern. Von der Versammlungswelle der NSDAP liesen sich die übrigen Parteien widerstandslos überrollen. Dies hatte offenbar auch in der Gesamtgemeinde seine Wirkung nicht verfehlt, wie das Wahlergebnis deutlich beweist:

Wahlergebnisse der Landtagswahlen %: Veränderung
gegenüber
Partei Abstatt Happenbach Gesamt RT-Wahl 1930 Württemberg
Demokratische Parteien:
SPD 19,8 31,2 22,4 +/- 0 16,6
Zentrum 17,9 - 13,8 + 13,3 20,5
Deutsche Demokrat. Partei 4,9 - 3,8 - 0,7 4,9
Linksparteien:
Kommunisten 13,3 6,4 11,7 + 11,7 9,4
Rechtsblock:
DNVP / DVP 0,5 - 0,4 + 0,4 5,8
NSDAP 10,1 27,5 14,1 + 13,4 26,4
Württ. Bauern- und
Weingärtnerbund 25,3 23,8 25,0 - 36,8 10,7
Sonstige 8,2 11,0 8,8 - 1,3 5,8
davon Christl. Volksdienst (7,3) (10,1) ( 8,0) (+/- 0) ( 4,2)


6. April 1933 (letzte GR-Sitzung vor Änderung!)
Die letzte Sitzung vor der durch Gesetz des Staatsministeriums v. 12. April 1933 angeordneten Auflösung und Neubildung der Gemeinderäte. Es ist kaum zu glauben, man befaßte sich mit der Hundesteuer:
.....Der Gemeinderat bringt zum Ausdruck, daß in letzter Zeit sehr viele Hunde abgeschafft worden sind u. daß solche aus der Gemeinde vollends ganz verschwinden, wenn nicht eine weitere Ermäßigung der Hundesteuer eintrete.
Der Gemeinderat beschliesst:
Die Hundesteuer mit Wirkung vom 1. April 1933 auf 10 RM für den 1. Hund festzusetzen.

Daß es bereits hier zu Unregelmäßigkeiten kam zeigen die Unterschriften:
BM Lell, Bopp, Walter, Philipps, Seeger, Härle,
Die anderen Gemeinderäte haben nicht unterzeichnet. Auffallend ist, daß mit Gottlieb Härle eine Person unterzeichnet hat, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in den Gemeinderat gewählt war. Wo waren die beiden gewählten Gesamtgemeinderäte aus Happenbach?

Das Ende der Weimarer Zeit in den Ratsprotokolle der Gesamtgemeinde dokumentieren folgende Begebenheiten die im besonderen Maße das Ende der Selbständigkeit der Teilgemeinde Happenbach und den erstmaligen Ausschluß eines gewählten Gemeinderats betreffen:
5. Mai 1933: Reduzierung des Gesamtgemeinderats auf 6 Personen und erstmals Nennung
von Parteizugehörigkeiten:
Abstatt: Friedrich Bopp (Bauernbund)
Emil Walter (Bauernbund)
Eugen Burkhardt (NSDAP)
Friedrich Philipps (Bauernbund)
Happenbach: Eugen Moser (NSDAP)
Albert Klemm (Sozialdemokraten)

Im Tagebuch des Lehrers Haas ist dazu folgendes vermerkt:
...Politisch gibt`s immer neue Überraschungen z. Zt. interessieren besonders die Neubildung der Gemeinderäte. Auch hier gilt die Gleichschaltungsregel nach den Stimmen der Reichstagswahl werden die Abgeordneten festgestellt. In kleinen Ortschaften ist die Gleichschaltung schwer, weil eingetragene Mitglieder der NSDAP nicht vorhanden sind. Nun ist ein junger SA Mann da, der tatsächlich die Männer nennen darf. Seine Vorschläge sind natürlich nicht sachlich. Das war für die bisherigen Gemeinderäte eine böse Enttäuschung . Langjährige Mitglieder wurden nicht einmal mehr nach ihrer Bereitwilligkeit gefragt. Nur neue Herren besonders für die NSDAP sind schwer zu finden. Nach Ansicht der Bürger scheinen die Vorschläge untragbar. Erwähnenswert ist, daß Nachbar Klemm nun mit den Stimmen der Sozialdemokraten an letzter Stelle gewählt wurde......
....Ich bin der Ansicht, daß der Gemeinderat nicht mehr viel zu sagen haben wird....
20. Dez. 1933: Zwang des Oberamts, die Teilgemeinde Happenbach zum Verzicht
ihrer Selbständigkeit zu bringen. Androhung der Verweigerung von
Reichszuschüssen (Lehrerbesoldung etc.).
Aufgrund gesetzl. Erlasses ist Gemeinderäten der SPD mit sofortiger Wirkung
die Ausübung ihrer Befugnisse verboten. Albert Klemm muß aus diesem
Grund den Gesamtgemeinderat verlassen
An Stelle dessen, wird der nicht gewählte Gottlieb Härle (NSDAP)
als Nachfolger verpflichtet. Gleichzeitig wird ihm das Anwaltsamt übertragen,
das zuvor von Albert Klemm betreut wurde.
15. Mai 1934: Nach mehreren rechtlich vom Oberamt Heilbronn beanstandeten
Aufhebungsbeschlüssen bezüglich der Teilgemeinde Happenbach, soll
diese Aufhebung ... mit Wirkung vom 1. des auf die Genehmigung der
Vereinbarung folgenden Monats... erfolgen.

Das Ende der Weimarer Zeit, war gleichzeitig das Ende der demokratischen Verhältnisse in der Gesamtgemeinde und das zwangsweise Ende der Teilgemeinde Happenbach. Parteien waren nicht Sache der kleineren Dörfer, so ist es auch nicht verwunderlich, daß im Rathaus Abstatt in erster Linie sachlich und gemeindebezogen verhandelt und gearbeitet wurde. So wie die Weimarer Zeit durch zwei Staatsmänner im wesentlichen geprägt wurden: Friedrich Ebert und Hindenburg, so können auch in der Gesamtgemeinde zwei Männer hervorgehoben werden, die in der ihr eigenen unterschiedlichen Art prägend auf das Gemeinwesen gewirkt haben und jeder in hohem Maße Respekt und Anerkennung verdient haben:
Johannes Knecht, Schultheiß vom 13. 03. 1903 - 31. 05. 1927 der Gesamtgemeinde Abstatt und Happenbach, danach bis 1936 Sparkassendirektor bei der Oberamtssparkasse in Heilbronn
Heilbronn und
Albert Klemm, vom 03. 12. 1906 - 20. 12. 1933 als gewählter Vertreter zunächst als Teilbürgerausschußmitglied, danach Gesamtgemeinderatsmitglied bis zum Anwalt für Happenbach tätig. Da er bis zuletzt zu seiner Überzeugung stand, daß das Lumpenpack der Nationalsozialisten zum Teufel gejagt gehört, mußte er als bisher einziger Gemeinderat aus politischen Gründen zwangsweise den Gemeinderat Abstatt verlassen. Eine Rehabilitation fand nicht statt.

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